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Die Helden der Woche – unsere «Wegmacher»

Der Winter zeigt sich dieses Jahr von seiner launischen Seite: schneearm, temperaturmäßig auf der Achterbahn und mit Weg- bzw. Schlittelpistenverhältnissen, die so gar nicht hochwinterlich sind. An den Südhängen schmilzt der Schnee, das Wasser kann nicht versickern, die Abflussrohre unter der Strasse sind vereist… und was macht das Wasser? Genau: Es sucht sich seinen eigenen Weg. Und zwar gemütlich der Strasse entlang talwärts, über den Schnee, der sich dabei in eine waschechte Eisbahn verwandelt.

Nun gut: Auf knapp 5 Kilometern Piste betrifft das Ganze kaum 50 Meter. Macht rund 1 %. Also eigentlich fast nichts. Aber eben nur fast. Diese paar Meter haben es in sich und sind seit Wochen als Nicht-Schlittel-Zone deklariert, was bedeutet: Absteigen und zu Fuss gehen. Sägemehl ist gestreut, so dass jeder Gast sehen kann, wo es kritisch ist. Das Problem, welches uns zu schaffen macht: Die Eisschichten werden von Woche zu Woche dicker.

Alfred aus unserem Pistenteam pickelt tagtäglich dagegen an und das mit bewundernswerter Geduld aber doch irgendwann mit der Erkenntnis: Das Eis vermehrt sich schneller, als es Alfred gelingt es «abzubauen». Und dann steht auch noch das Schlittelrennen des Skiklubs Langwies vor der Tür. Schlittler im Rennmodus lassen sich erfahrungsgemäss nur schwer zum Absteigen motivieren und würden dort zu Fuss gehen, wo wir es quasi vorschreiben. Also ist klar: Jetzt müssen wir handeln.

Denn viel Schnee ist nach wie vor nicht in Sicht. Wir bräuchten aktuell mindestens 50 cm. Normalerweise liegen Ende Januar ein bis zwei Meter Schnee. Traurig, ja. Aber Jammern hilft nicht. Unser Ziel bleibt wie immer dasselbe; eine supertolle und sichere Schlittelpiste für unsere Gäste. Zwar fehlen die schützenden Schneemauern, was das Schlitteln anspruchsvoller macht, und wir weisen unsere Gäste ausdrücklich darauf hin, besonders vorsichtig zu sein. Aber: Mindestens 95 % der Piste sind wunderbar. 

Zurück zu unseren Wegmachern: Als Alfred diese Woche nicht einmal mehr mit dem Pistenfahrzeug über die Eisfläche im Tobel kam, weil das schwere Raupenfahrzeug zurückrutschen wollte, blieb ihm nichts anderes übrig, als den Rückwärtsgang einzulegen, und gefühlt einen halben Kilometer auf der schmalen Bergstrasse zurückfahren. Zudem war uns klar, so, und mit einer ständig wachsenden Eisschicht, kann es nicht weiter gehen. Und hier kommt wieder einmal Joos, unser absoluter Pistenprofi ins Spiel. Als Bauer besitzt er zum Glück einen Traktor mit ordentlich PS und schweren Ketten an den grossen Rädern. Er rückt an, gibt dem Traktor die passenden Befehle und pickelt mit den spitzen Gabeln das Eis auf. Kurz darauf erscheint Karl mit dem Pistenfahrzeug. Die Eisschollen werdennun zu etwas gefräst, das man wohl am ehesten als "Eispaniermehl" oder "Eisgries" bezeichnen kann. Die riesigen "Eisbuckel" sind verschwunden und unser Weg sieht doch tatsächlich wieder nach Schlittelpiste aus.

Unsere grosse Hoffnung ist jetzt, dass sich diese griesige Masse mit dem angekündigten Neuschnee verbindet und daraus wieder eine richtig gute Schlittelpiste entsteht, auch an den heiklen Stellen.

Während Karl und Joos im Tobel mit schwerem Gerät im Einsatz sind, pickle ich unterhalb vom Heimelis den Graben frei, den Alfred in den letzten Wochen immer wieder geöffnet hat, damit das Wasser endlich wieder dahin fliesst, wo es soll.

Kurzum: Uns wird nicht langweilig. Den ganzen Tag nicht. Aber am Abend haben wir wieder eine tolle Piste. Die kritischen 1-2% bleiben kritisch und absteigen ist dort weiterhin Pflicht, zumindest für alle Nicht-Profischlittler. Und dem Schlittelrennen steht auch nichts mehr im Weg.

Wir haben das Unsere getan. Jetzt wäre Frau Holle wieder mal an der Reihe.

Danke Alfred, Joos und Karl für euren grossartigen Einsatz – ihr seid unsere wahren Helden der Woche!

P.S. Wir, also, das Heimeli, hat nicht nur ein eigenes Pistenfahrzeug, um den Weg zu präparieren, wir haben auch unsere eigenen Fahrer. Alfred, Karl und Joos – und mindestens einer kümmert sich immer, was für ein Privileg.

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