Die Panne an der Tanne (oder eben an der Beleuchtung)
Auch nach all den Jahren im Heimeli ist es für mich immer noch magisch, unsere Tanne zu erleben, wenn sie frisch verschneit ist: Tausende von Lichtpunkten, wie kleine Sterne im Schnee. Und immer wieder fotografiere ich sie, weil ich diesen Moment einfach festhalten will.
So oft hatten wir dieses Glück in diesem Winter allerdings noch nicht. Die Schneefälle waren rar – und wenn es schneite, war der Schnee meist schon am nächsten Tag, zumindest auf der Tanne bereits wieder weg. Aber endlich, es geht ja schon fast gegen Mitte Januar, kündigt sich der Schnee doch noch an. Wie viel es sein wird, wissen wir nicht, aber für einen Zauberguss über die Tanne sollte es reichen.
Es ist Mittwochabend. Ich habe soeben Meteo studiert, freue mich über die Schneevorhersage, trete um 17.00 Uhr aus der Tür des Heimelis, und sehe, wie ein fahles Licht von unten nach oben über unsere Tanne schleicht. So fahl, dass man es kaum als Licht bezeichnen kann. Eher wie eine optische Täuschung, bei der man sich fragt: Könnten das Lämpchen sein, die da ganz schwach den Baum hochkriechen?
Gar nicht gut. Ich hole René. Sieht nach Kriechstrom aus … da stimmt etwas ganz und gar nicht.
Also schauen wir genauer hin. Kein Problem – es sind ja nur etwa minus 17 Grad, alles ist vereist, und die Installationskiste liegt irgendwo unter Schnee und Eis. Warten, bis es taut? Eigentlich kein Thema. Denn, ich weiss, dass wir am Wochenende Gäste haben, die extra ins Heimeli kommen, um die Heimeli-Tanne live zu erleben.
René und Jan beginnen zu pickeln. Mühsam, kalt – und der Deckel ist komplett vereist und zugefroren. René holt eine Kabelrolle, ich drei Haartrockner aus den Gästezimmern, und wir machen uns an die Arbeit. Kalt, kalt, kalt … und rutschig. Denn wir knieen auf einer spiegelglatten Eisschicht, da neben unserer Tanne der Brunnen steht, und jemand auf die Idee gekommen ist, dass das noch cool sein könnte, den Brunnen so zu stauen, dass das Wasser nicht mehr abfliessen kann. Cool, im wahrsten Sinne des Wortes, auch für uns zum Arbeiten. Aber irgendwann und irgendwie schaffen wir es.
Im Innern der Kiste sieht es nicht gut aus. Offensichtlich ist Nässe eingedrungen, und Nässe bedeutet aktuell: Eis. Auch im Trafo ist alles vereist. Kabel, Stecker, Dioden und was immer sich sonst noch in diesem Kästchen befindet, liegen unter einer dicken Eisschicht.
René nimmt sofort Kontakt mit Röbi Rufener auf, dem Zaubertannen-Menschen, der die 12’000 Lichtlein montiert hat. Er hilft uns schon am Telefon, weiss genau, was zu tun ist, und verspricht, sofort eine Ersatzsteuerung zu organisieren. Er ist ein Mann der Tat. Auch er will, wie wir, dass die Tanne am Wochenende wieder ihren Dienst aufnimmt und unsere Gäste verzaubert.
Und weil Röbi ein Mann der Tat ist und der Schweizer Post im Moment nicht ganz so traut (wir übrigens auch nicht, unsere Weihnachts-Geschenkgutscheine, am 22. Dezember mit A-Post aufgegeben, sind erst am 30. Dezember angekommen … aber das ist eine andere Geschichte), setzt er sich kurzerhand selbst ins Auto und fährt vom Bernbiet ins Bündnerland. Und das ausgerechnet jetzt, wo es tatsächlich schneit.
Was macht man oder eben er, nicht alles für zufriedene Kunden, und wir für zufriedene Gäste.
Der neue Trafo ist per Röbi-Express in Fläsch angekommen. Heute fährt René damit ins Heimeli und wird alles wieder korrekt anschliessen.
Danke, Röbi, für deinen unglaublichen Service und deine Unterstützung!
Ob dann alles so funktioniert und der Lichtzauber heute oder morgen mit dem frischen Schnee auf der Tanne wieder voll zur Geltung kommt, kann ich euch erst morgen berichten. Oder ihr schaut selbst, ob sich ein Foto der wieder zum Leben erweckten Heimeli-Lichtertanne findet.
Im Moment bleibt uns nur das Vertrauen, und der Trost, beziehungsweise die Gewissheit, wenigstens alles getan zu haben, was möglich war.
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