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Was blinkt denn da auf der Sapünerstrasse?

Ein neues Alarmsystem sorgt ab diesem Winter für mehr Sicherheit auf der Heimeli-Strasse

Wer diesen Winter auf der Sapüner- bzw. Heimeli-Strasse unterwegs ist, hat es vielleicht schon bemerkt:
Plötzlich blinkt da eine orange Leuchte. Was könnte das sein?

Die Antwort lautet: Es geht um Innovation im Dienst der Sicherheit, oder mit anderen Worten, um ein Alarmsystem für Wintersportler.

Wie alles begann:

Nachdem wir letzten Winter erfahren mussten, dass unsere bewährten Anhänger für Gästetransporte nicht mehr bewilligt sind, ging eine fast 20-jährige Ära zu Ende. Über viele Jahre hinweg war es möglich, Gäste mit Anhängern am Quad ins Heimeli zu transportieren. Und ja, noch lange vor unserer Zeit waren sogar Schneetöffs für Personentransporte im Einsatz.
Doch die Zeiten ändern sich.

Also mussten wir uns nach neuen, bewilligungsfähigen Transportmitteln umsehen. Übrig blieben letztlich nur sogenannte Buggys bzw. Raupenquads mit Fahrerkabine. Technisch top und wunderbar, aber: Zwei Fahrzeuge kosten immerhin einen knapp 6-stelligen Betrag. Das tut schon ein bisschen weh. Der grössere Nachteil liegt allerdings nicht im Preis, sondern ganz woanders: Diese neuen Fahrzeuge sind mehr als einen halben Meter breiter als die bisherigen Quads. Und das macht das Kreuzen für Schlittler und andere Wintersportler anspruchsvoller. Das war uns von Anfang an klar und so führten wir endlose Diskussionen.

In vielen Gesprächen mit Heimeli-Freunden, kam das Thema Sicherheit immer wieder auf. Einer dieser Heimeli-Freunde ist Sebastian Müller, jemand mit viel IT- und Programmier-Know-how, innovativ, lösungsorientiert und überzeugt davon, dass sich hier etwas entwickeln lässt. Sebastian arbeitet an der OST – Ostschweizer Fachhochschule

Klar war und ist aber auch: Solche Entwicklungen sind nicht gratis. Also machte sich unser «Erfinder» auf die Suche nach einer Finanzierung, und wir hatten Glück.
Dank Sebastian Müller und einem Innovationsscheck von Innosuisse, der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung, konnte das Projekt finanziert werden. Zusätzlich hat Sebastian viele Stunden in seiner Freizeit investiert. Es wurde getüftelt, getestet, nachgedacht, programmiert… eben echte Entwicklungsarbeit.

Im Dezember dann war es so weit: «Unser» Alarmsystem, einzigartig, innovativ und intelligent, das Wintersportler warnt, wenn Fahrzeuge unterwegs sind, wurde auf unserer Strasse installiert beziehungsweise montiert, denn auch die notwendigen Bewilligungen seitens der Gemeinde, wurde glücklicherweise erteilt. 

Wie das Teil funktioniert und wann es blinkt?

Unser System besteht aus sieben Boxen, welche mit Akkus betrieben werden. Um miteinander zu kommunizieren, kommt eine Funktechnik zum Einsatz, welche die Übertragung von kleinen Datenpaketen über grosse Distanzen bei sehr niedrigem Energieverbrauch ermöglicht. Sobald eines unserer Fahrzeuge (Quad oder Buggy) unten im Tal, in Langwies, die Messstationen passiert, aktiviert sich das System. Entlang der Strecke beginnen fünf Blinkalarmanlagen zeitverzögert zu leuchten, und schalten sich, nachdem das Fahrzeug die Stelle passiert hat, nach einer bestimmten Zeit automatisch wieder aus.

Blinkt die orange Leuchte, bedeutet das:

·       Fahrzeug auf der Strecke

·       bitte warten oder

·       besonders vorsichtig, und wenn, dann nur am Rand fahren

·       jederzeit innerhalb der Sichtweite anhalten können (doch das gilt selbstverständlich auch ohne Alarmsystem).

Und natürlich gilt wie bisher: Auch wenn es nicht blinkt, ist Vorsicht Pflicht. Aber wir stellen erfreulicherweise tatsächlich fest, dass unsere Gäste aufmerksamer und rücksichtsvoller unterwegs sind, sobald das System aktiv ist.

Damit das System funktioniert, ist in jedem unserer Fahrzeuge ein Sender eingebaut. Und da wir die Heimeli-Strasse nicht alleine nutzen: Auch andere Anwohner oder Fahrzeuge können problemlos mit einem Sender ausgerüstet werden, wir stellen das System dafür gerne zur Verfügung.

Ganz ehrlich, wir sind auch ein bisschen Stolz auf so viel Innovation auf der Heimeli-Strasse und bedanken uns herzlich bei:

Sebastian Müller für seinen enormen Einsatz – fachlich und persönlich sowie Fabian Graf, er hat Sebastian unterstützt, der OST – Ostschweizer Fachhochschule, Innosuisse, der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung und der Gemeinde Arosa für die rasche und unbürokratische Bewilligung.

Dank dieser Zusammenarbeit konnte eine innovative Idee Realität werden. Wir freuen uns sehr, hier in Langwies / Arosa ein Alarmsystem im Einsatz zu haben, welches Wintersportwege sicherer macht.

Und wer weiss: Vielleicht können wir auch andere Wintersportgebiete mit Schlittel-, Winterwander- oder Mehrzweckwegen dazu motivieren, ein ähnliches System einzusetzen; für mehr Sicherheit unterwegs, egal ob mit Schlitten, Ski, Snowboard oder sogar dem Winterbike.

Aber, trotz Alarmsystem bitten wir unsere Gäste weiterhin:

·       vorsichtig unterwegs zu sein

·       nicht über die eigenen Verhältnisse zu schlitteln

·       und unsere Schlittelregeln einzuhalten

Denn Technik hilft zwar, aber Vorsicht bleibt unbezahlbar!

 

 
 
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