Die Erfindung des Heimeli-Bratapfels

Man erzählt sich, Agnes Engel, die erste Heimeli-Wirtin, habe den Bratapfel, so wie er gegen Ende des 19. Jahrhunderts berühmt wurde, gar nicht gekannt. Dass es im Heimeli Bratäpfel gab, war einzig dem Zufall zu verdanken. Wer das Winterbilderbuch vom Heimeligugg kennt, erinnert sich vielleicht an die Szene, als Agnes Heimeligugg, dem Sapüner Zwerg, das erste Mal begegnete. Es war am Samichlaustag. Agnes war dabei Äpfel für «Öpfelchüchli» vorzubereiten; sie wollte damit ihren Jakob überraschen. Als sie plötzlich Geräusche vor von draussen vernahm, erschrak sie, denn ein Gast konnte das bei diesem Schneesturm unmöglich sein. «Kam Jakob plötzlich früher als geplant in die warme Stube zurück?», fragte sie sich. Sie wollte auf keinen Fall, dass er merkte, dass sie ihn mit seinem Lieblingsessen «Öpfelchüechli» mit einer ganz besonderen Vanille-Nusscreme überraschen wollte. Bevor sie die Küche verliess, um nachzusehen, was draussen los war, stellte sie die bereits ausgehöhlten, aber noch ganzen Äpfel in das Ofenrohr und schloss das Ofentürchen. Was danach geschah, wissen wir. Agnes wurde nicht von ihrem Mann überrascht, und auch nicht vom Samichlaus, sie begegnete zum ersten Mal in ihrem Leben einem Zwerg. Der damit verbundene Notfall, von den beiden verirrten Kindern im Schnee, liess sie die Äpfel im Ofenrohr vergessen. Erst als sie, ihr Mann und die kleine Nina für den Znacht am Tisch sassen, erinnerte sie sich an die versteckten Äpfel und die Vanille-Nusscreme. Sie eilte in die Küche, holte die Äpfel aus dem Rohr und stellte fest, dass diese zwar ziemlich weich waren, aber doch immerhin noch nach Äpfeln aussahen und erst noch wunderbar rochen – insbesondere kombiniert mit ihrer Vanille-Nusscreme, welche ziemlich eingedickt auf dem Blech klebte. Kurzerhand kratzte Agnes das klebrige Zeug zusammen und stopfte es in die Löcher der Äpfel. So brachte sie diese, eben erst erfundene Kreation, stolz an den Tisch und liess Jakob und Nina wissen, dass sie heute ein neues Rezept ausprobiert hätte. Und zwar eines, dass zum Samichlaus passe. Seither gehören die Bratäpfel in der Adventszeit zum Heimeli - Agnes Bratäpfel.
Du darfst sie gerne probieren, unsere Bratäpfel "s hät nu solangs hät". Aber im Moment und in der Adventszeit hast du sicher Glück... das aktuelle Blogbild von Philip wäre wohl noch warm, und und es würde köstlich duften, wäre es per Internetübertragung bereits möglich, Sinneswahrnehmungen aller Art zu übertragen. Doch zum Glück ist dem nicht so - so bleibt dir nur der Besuch im Heimeli, um in den Genuss unserer Bratäpfel zu kommen. Wir freuen uns schon heute auf dich.
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