Jakobsweg Graubünden: Berge - Ruhe - Heimeli
Man muss kein Heiliger sein, um den Jakobsweg durch Graubünden, insbesondere zwischen Davos und Tschiertschen, als wahre Bereicherung auf der persönlichen Wanderliste und als Highlight zu bezeichnen. Davon bin zumindest ich überzeugt. Zugegeben, ich bin natürlich auch Partei.
Wer auf dem Jakobsweg unterwegs ist, sucht meistens nicht nur den nächsten Wegweiser, sondern auch ein bisschen sich selbst. Oder vielleicht auch eine gute Ausrede, um mehrere Tage lang durch wunderschöne Landschaften zu wandern und dabei jede Kalorie, die man in den feinen Gasthäusern, wie zum Beispiel dem Heimeli, zu sich genommen hat, auf wunderbare Weise wieder abzubauen.
Viele Menschen wissen gar nicht, dass ein Teilstück des berühmten Jakobsweges durch Graubünden führt. Oder hast du es gewusst? und das erst noch durch eindrückliche Berglandschaften? Zwischen Davos und Tschiertschen erleben Pilgerinnen, Wanderer und Genussmenschen eine Route, die weit mehr bietet als Höhenmeter und schöne Aussichten.
Warum man auf dem Jakobsweg unterwegs ist? Die Gründe sind so vielfältig wie die Menschen auf dem Weg.
Die einen suchen Ruhe und Abstand vom Alltag. Andere möchten eine persönliche Herausforderung meistern. Manche pilgern aus religiösen Gründen, viele aus Neugier, und nicht wenige stellen unterwegs fest, dass ein paar Tage ohne Terminkalender, E-Mails und Dauererreichbarkeit erstaunlich wohltuend sein können. Denn der Jakobsweg entschleunigt. Schritt für Schritt. Und manchmal findet man dabei Antworten auf Fragen, die man sich vorher noch gar nicht gestellt hat.
Seit wann es den Jakobsweg in Graubünden gibt? So genau weiss ich das auch nicht. Aber die Tradition der Jakobswege reicht bis ins Mittelalter zurück. Schon damals machten sich Pilger aus ganz Europa auf den Weg zum Grab des Apostels Jakobus im spanischen Santiago de Compostela. Auch Graubünden lag an wichtigen historischen Handels- und Pilgerrouten. Viele der heutigen Wegabschnitte folgen alten Verkehrswegen, über die bereits vor Jahrhunderten Reisende, Händler und Pilger unterwegs waren. Die moderne Ausschilderung und Wiederbelebung der Schweizer Jakobswege erfolgte allerdings erst in den letzten Jahrzehnten.
Heute verbindet der Bündner Jakobsweg historische Kultur mit beeindruckender Natur, eine Kombination, die man nur selten so authentisch erlebt. Und da ich mich aktuell mit den Fragen zum Bündner Jakobsweg auseinandersetze… hier noch eine letzte Frage: Was macht den Jakobsweg zwischen Davos und Tschiertschen so besonders?
Ganz einfach: Hier bekommt man die volle Bündner Bergwelt serviert, mit grandiosen Aussichten bis hin zu den höchsten Bündner Bergen (je nach Umwegen, die man noch einschlägt).
Die Route führt durch stille Wälder, über aussichtsreiche Höhenwege und vorbei an uralten Walser-Siedlungen. Hinter jeder Kurve wartet ein neues Panorama, das zum Fotografieren verleitet, selbst wenn man sich vorgenommen hat, das Handy für einen Tag in der Tasche zu lassen. Und noch etwas zeichnet den Bünder Jakobsweg aus. Anders als auf manchen bekannten Pilgerwegen Europas herrscht hier keine Hektik. Man begegnet nur wenigen Wanderern, mit etwas Glück ab und zu einem Mungg, mit etwas mehr Glück ein paar Gämsen oder Hirschen und mit ganz viel Glück sogar einem Steinbock. Und jetzt, im Sommer, natürlich auch den Rindern auf den Alpen, die mit ihrem Glockengebimmel wunderbar mit dem einen oder anderen Kirchengeläut konkurrieren können. Besonders reizvoll auf ‘unserem’ Jakobsweg ist die Mischung aus ursprünglicher Natur, lebendiger Geschichte und, natürlich echter Bündner Gastfreundschaft. Und genau hier kommt das Heimeli ins Spiel.
Wer zwischen Davos und Tschiertschen unterwegs ist, sollte sich einen Zwischenhalt im Heimeli nicht entgehen lassen. Ich würde sogar sagen: Hier zu nächtigen ist schon fast Pflicht, oder zumindest etwas, das keinen reut, der gerne an besonderen Orten übernachtet. Und sind wir ehrlich: Selbst die motivierteste Pilgerin freut sich nach einem langen Wandertag auf eine erfrischende Dusche, ein herrliches Bett, eine gemütliche Stube und etwas Feines auf dem Teller.
Das Heimeli ist weit mehr als eine Unterkunft. Es ist ein Ort zum Ankommen, Durchatmen und Geniessen. An kühlen Tagen knistert das Feuer im Ofen, die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein und Gastfreundschaft ist hier mehr als nur ein Wort. Genau so stellt man sich einen perfekten Etappenort vor.
Während draussen die Abendsonne die Gipfel vergoldet, können müde Wanderer entspannen und neue Energie für den nächsten Tag tanken. Und wer behauptet, ofenfrisches Brot zum Frühstück mit Alpkäse sei keine spirituelle Erfahrung, war vermutlich noch nie im Heimeli.
Der Jakobsweg durch Graubünden ist kein Weg der Rekorde. Er ist ein Weg der Begegnungen, der Ausblicke und der kleinen Momente, die lange nachwirken. Und manchmal gehören genau diese Momente zu den schönsten Erinnerungen einer Wanderung: ein freundliches Gespräch unterwegs, ein Sonnenaufgang über den Bergen oder ein gemütlicher Abend im Heimeli. Wer auf dem Jakobsweg unterwegs ist, sollte deshalb, das ist zumindest meine Meinung, nicht nur an das nächste Etappenziel denken, sondern auch daran, sich zwischendurch etwas Gutes zu gönnen.
Das Heimeli freut sich auf alle Pilger, Wanderer und Genussmenschen, ganz gleich, ob sie auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind oder einfach nach einem richtig guten Abendessen in den Bergen. Beide werden hier fündig.
- Erstellt am .